Hörstörungen

Hörstörungen lassen sich in Schallleitungsschwerhörigkeiten (äußeres Ohr und Mittelohr) und Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohr und zentrales Nervensystem) sowie zentrale Hörverarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen unterteilen.

 

Schallleitungsschwerhörigkeiten

Schallleitungsschwerhörigkeiten entstehen, wenn der Weg des Schalls vom äußeren Ohr über den Gehörgang zum Mittelohr (Trommelfell, Gehörknöchelchen) behindert, d. h. abgeschwächt wird, dies kann aufgrund von Erkältungskrankheiten, vergrößerten Rachenmandeln oder auch durch zu hohe Geräuscheinwirkung entstehen. Des Weiteren kann auch im Alter eine Schwerhörigkeit entstehen, die sogenannte "Presbyakusis".

 

Schallempfindungsschwerhörigkeiten

Schallempfindungsschwerhörigkeiten entstehen durch Störungen im Bereich des Hörorgans und der den Höreindruck verarbeitenden Hirnareale. Wenn die Innenohren nicht mehr in der Lage sind, den Schall in Nervenimpulse umzuwandeln, kann ein Cochlear Implant (CI) diese Funktion des Innenohres ersetzen und das Hören wieder ermöglichen. Ein Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder oder Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen. In den letzten Jahrzehnten ist eine Zunahme von Patienten zu verzeichnen, die einen Hörsturz erleiden. Beim Hörsturz ist das Hören ganz plötzlich gestört, d.h. der Patient hört von einem auf den anderen Moment nichts mehr. Daher ist es wichtig, einen HNO-Arzt aufzusuchen, um Ursachen möglichst schnell zu lokalisieren, dies können z.B. sein: akute Durchblutungsstörungen im Bereich des Innenohrs, Virusinfekte, Autoimmun-Erkrankungen oder körperliche und vor allem psychische Belastungen ("Stress"). Des Weiteren gibt es eine deutliche Zunahme von Patienten, die unter Ohrgeräuschen (Tinnitus) leiden, d.h. sie hören permanent Geräusche wie Pfeifen, Rauschen, Summen, Klingeln, Brummen oder auch Hämmern. Dies gilt insbesondere für Patienten zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr.

 

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS), auch auditive Verarbeitungsstörungen (AVS) genannt, sind Störungen der Weiterverarbeitung gehörter Informationen. Dabei liegt weder eine Störung des Hörorgans selbst, noch eine Intelligenzminderung vor. Die Störungen betreffen den Hörnerven. Der Hörnerv leitet die Informationen an das Großhirn weiter, die dann dort weiter verarbeitet werden. Der Prozess der Weiterverarbeitung wird in auditive Teilfunktionen unterteilt, die in unterschiedlicher Art und Ausprägung betroffen sein können. Zu den auditiven Teilfunktionen gehören: Lokalisation (Richtung und Entfernung der Schallquelle), Diskrimination (Unterscheiden), Selektion (Herausfiltern) und Dichotisches Hören (beidohriges Hören).

 

Quelle: www.dbl-ev.de (Deutscher Logopädiefachverband)

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